Am Anfang der Behandlung steht die
Anamnese. Hier macht sich der Homöopath ein
umfassendes Bild des Patienten. Nicht nur die Beschwerden werden in allen
Einzelheiten ergründet, sondern es folgen auch Fragen nach Träumen, Sorgen, Ängsten,
Schlafgewohnheiten, Vorlieben für Nahrungsmittel und die familiäre
Krankengeschichte. Nur durch diese intensive Anamnese, die zwei bis drei Stunden dauert,
ist es möglich, alle und gerade die außergewöhnlichen Symptome im Detail zu erfassen und somit
den Patienten individueller zu behandeln.
Nach der Analyse dieser Informationen sucht der Homöopath aus den vielen
verschieden Mitteln anhand der Symptome das ähnlichste Arzneimittel
heraus, das Mittel, das bei der Prüfung am Gesunden möglichst ähnliche Symptome
hervorgerufen hat, die der Patient aufweist.
Die Mittelwahl richtet sich also nicht nach dem Namen der Krankheit, wie
z.B. Reizdarm oder Rheuma, sondern allein nach den individuellen Symptomen.
Ihr klassisch arbeitender Homöopath wird Ihnen nur Einzelmittel verschreiben.
Die Anwendung von Komplexmitteln, das sind Mischungen aus
mehreren homöopathischen Arzneistoffen, widerspricht dem
Grundprinzip des
Ähnlichkeitsgesetzes.
Das bedeutet aber nicht, dass Sie im Laufe der homöopathischen
Behandlung nicht noch weitere Arzneimittel bekommen. Gerade bei
der Behandlung von chronischen Erkrankungen sind häufig mehrere Mittel,
natürlich in zeitlichen Abständen notwendig.
Bei akuten Erkrankungen heilt in der Regel schon ein Arzneimittel in kurzer Zeit.
Das passende Mittel wird entweder als Einzelgabe in Form eines Globuli oder
als Tropfen zur täglichen Anwendung verordnet.
Eine nächste Konsultation erfolgt zwei bis vier Wochen später. In der Regel bessern
sich mit dem richtigen Arzneimittel nicht nur die Hauptbeschwerde,
sondern auch andere Zeichen der Lebenskraft wie Schlaf, Stimmung und
Vitalität.
Der Homöopath entscheidet jetzt, ob
der Patient das Mittel weiternehmen soll, oder ein anderes benötigt wird, bzw. die
Therapie abgeschlossen ist.
Erkrankungen, die schon jahrelang bestehen, werden nicht innerhalb weniger
Wochen verschwinden, aber die Leistungsfähigkeit und andere Vitalzeichen
werden sich zunehmend bessern.
Mit voranschreitender Heilung wird auch die Zeitspanne zwischen den einzelnen
Konsultationen immer größer.
Während einer chronischen Behandlung kann es zu Erstreaktionen kommen,
d.h. die jeweiligen Symptome verstärken sich nach der Einnahme des Mittels oder alte
Beschwerden kommen noch mal vorübergehend zum Vorschein.
Für den Homöopathen ist es ein Zeichen der Heilreaktion, für den Patienten kann es zu
Unsicherheiten führen, die durch eine intensive Zusammenarbeit mit dem
Therapeuten geklärt werden können.
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